Reservierungssysteme in den Niederlanden: eine fragmentierte Landschaft

Jan-Willem Rodenhuis··6 min Lesezeit
Reservierungssysteme in den Niederlanden: eine fragmentierte Landschaft

In den Niederlanden sind mehr als zehn verschiedene Reservierungsplattformen im Fine-Dining-Segment aktiv. Das macht es für Gäste schwierig, die Verfügbarkeit zu vergleichen. Wir haben untersucht, wie der Markt aussieht.

Eine fragmentierte Landschaft

In den Niederlanden sind mehr als zehn verschiedene Reservierungsplattformen im Fine-Dining-Segment aktiv. Drei davon dominieren zusammen knapp drei Viertel des Marktes. Formitable ist die größte mit etwa 30% der Restaurants, gefolgt von Zenchef mit 25% und Guestplan mit 16%. Dahinter folgt TheFork — im Besitz von Tripadvisor — mit etwa 14%. Der Rest ist auf kleinere Anbieter wie Tebi, WeReserve, MeetFrank, GoTable, SevenRooms, Tock und weitere verteilt.

Diese Verteilung ist kein Zufall. Jede Plattform konzentriert sich auf ein anderes Segment oder bietet etwas andere Funktionen. Formitable ist beliebt bei Restaurants, die großen Wert auf das Gasterlebnis legen und ihre eigene Marke ausstrahlen möchten. Zenchef positioniert sich als provisionsfreie Alternative: Restaurants zahlen eine feste monatliche Gebühr statt pro Reservierung. Guestplan ist stark in der Benelux und bietet eine vollständige Hospitality-Plattform mit CRM und Marketing-Tools. TheFork zieht hauptsächlich Gäste über die eigene App und Website an, aber viele Restaurants nutzen es als zusätzlichen Kanal neben ihrem Hauptsystem.

Warum ist das für den Gast wichtig?

In der Praxis bedeutet dies, dass Sie, wenn Sie an einem bestimmten Datum einen Tisch in einem Fine-Dining-Restaurant in Amsterdam suchen, mindestens drei verschiedene Plattformen überprüfen müssen. Formitable-Restaurants zeigen ihre Verfügbarkeit nur auf Formitable. Zenchef-Restaurants nur auf Zenchef. Und so weiter.

Vergleichen Sie das mit der Buchung eines Hotels: Es gibt Aggregatoren wie Booking.com und Google Hotels, die Verfügbarkeit von Tausenden Hotels an einem Ort zeigen. Für Restaurants existiert eine solch übergreifende Suchmaschine kaum. TheFork kommt dem am nächsten, zeigt aber nur Restaurants an, die bei TheFork angeschlossen sind — und das ist eine Minderheit des Fine-Dining-Angebots.

Die Folge: Wer kurzfristig einen besonderen Tisch sucht, muss selbst alle Plattformen durchsuchen. Das kostet Zeit, und Sie verpassen garantiert Optionen, weil Sie nicht wissen, welches Restaurant auf welcher Plattform zu finden ist.

Wie wählen Restaurants ihre Plattform?

Die Wahl einer Reservierungsplattform ist für ein Restaurant eine wichtige Geschäftsentscheidung. Es geht nicht nur um das Empfangen von Buchungen, sondern um die komplette Gastbeziehung: vom ersten Kontakt bis zum Wiederbesuch. Faktoren, die eine Rolle spielen, sind die Kosten (pro Reservierung vs. feste Gebühr), der Grad der Kontrolle über das Gasterlebnis, die Integration mit Kassen- und Küchensystemen sowie Marketing-Möglichkeiten.

Bei Top-Restaurants spielt auch Exklusivität eine Rolle. Einige Restaurants möchten bewusst nicht auf einer breiten Plattform wie TheFork gelistet sein, weil sie ihre eigenen Kanäle bevorzugen. Andere nutzen mehrere Plattformen, um maximale Reichweite zu erreichen — was es für den Gast noch unübersichtlicher macht.

Was bedeutet das für die Verfügbarkeitsuche?

Die Fragmentierung hat direkte Konsequenzen für die Auffindbarkeit von Verfügbarkeit. Ein Restaurant, das Formitable nutzt, kann von außen nur über Formitable gebucht werden. Es gibt kein Standard-API oder offenes Protokoll, über das Verfügbarkeitsdaten ausgetauscht werden. Jede Plattform ist praktisch ein geschlossenes Ökosystem.

Aus Sicht der Plattformen ist das verständlich: Sie verdienen an Buchungen und möchten diesen Fluss nicht zu Konkurrenten durchsickern lassen. Aber das Resultat ist, dass der Gast — der einfach nur gut essen gehen möchte — mit einem Puzzle von Systemen zurückgelassen wird.

Genau dieses Puzzle versucht Fine Dining Finder zu lösen. Durch die Anzeige von Verfügbarkeiten von Restaurants über mehrere Plattformen an einem Ort, mit direktem Link zum richtigen Buchungssystem. Kein Zwischenschritt, keine Provision — einfach nur Transparenz, wo noch ein Tisch verfügbar ist.

Die Zahlen

Fine Dining Finder verfolgt derzeit über 900 Restaurants in den Niederlanden, die von Michelin und/oder Gault&Millau gelistet sind. Von diesen 900 Restaurants kann bei etwa 70% die aktuelle Verfügbarkeit direkt über die drei größten Plattformen angezeigt werden: Formitable, Zenchef und Guestplan. Die restlichen 30% werden auf die eigene Website des Restaurants weitergeleitet.

Der Unterschied in der Live-Abdeckung pro Plattform spiegelt die technische Zugänglichkeit jedes Systems wider. Einige Plattformen machen ihre Verfügbarkeitsdaten relativ einfach über öffentliche APIs zugänglich, während andere ihre Daten strenger schützen.

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